Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie?

Die Weitergabe der Unternehmensführung - egal ob an Fremde oder an ein Familienmitglied - ist immer ein bedeutsamer Schritt, vor allem für den aus der Unternehmensführung Ausscheidenden. Oftmals treten Probleme auf, einen Unternehmensnachfolger zu finden, was meistens aufgrund mangelnder Vorbereitung passiert.

Ein Berg von Emotionen

Gibt ein Unternehmer die Führung seines Betriebes ab, sind eine Vielzahl von Emotionen im Spiel. Oftmals wurde die Firma selbst aufgebaut, unter Entbehrungen und größtem zeitlichen Aufwand. Manchmal traut der Scheidende dem Nachwuchs es nicht zu ebenfalls solche Leistungen zu vollbringen und hält sich als Personalreserve weiterhin im Spiel. So kann es nicht gut gehen, denn da prallen dann zwei Welten aufeinander: Der Gründer, für den sein Unternehmen beinahe auch ein Kind ist, und der Übernehmer, welcher gut ausgebildet ist und auch einen Fülle an neuen Ideen einbringen möchte. Da können Anschauungen aneinanderprallen und heftige Emotionen sind die Folge. Nicht selten führte eine derartige Situation schon zu heftigen Familienstreitigkeiten, die oft auch für das Unternehmen selbst existenzgefährdend waren.

Die richtige Übergabe

Die erste Entscheidung einer Unternehmensnachfolge muss sein, an wen in der Familie der Betrieb übergeben werden soll. Es muss nicht zwangsläufig der erstgeborene Sohn sein, besser ist es auszuloten wer das geeignetste Familienmitglied ist. Dieser Auswahlprozess soll nicht nur die Ausbildung, sondern auch das Interesse am Unternehmen und persönliche Skills für die Unternehmensführung berücksichtigen. Wichtig ist, nach getroffener Entscheidung ALLE Familienmitglieder zu informieren und die Bewegründe für diese Wahl zu nennen.

Der nächste Schritt ist die Information aller Mitarbeiter, am besten persönlich mit gleichzeitiger formeller Vorstellung des Nachfolgers. In größeren Unternehmen kann dies auch per Rundmail oder via Intranet erfolgen, Management und Schlüsselmitarbeiter sind aber jedenfalls persönlich, auch im Rahmen einer Besprechung zu informieren.

Was muss der Nachfolger wissen?

Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort: Alles. Zeit ist zwar Geld, aber der Nachfolger muss, auch wenn es länger dauert, über alle relevanten Daten und Fakten informiert werden. Das schließt nicht nur wirtschaftliche Eckdaten, sondern auch alle wichtigen Informationen über Abläufe, Besonderheiten und gegebenenfalls Kooperationen mit ein. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Unternehmensführung Kontinuität aufweist. Der Übergeber kann zwar in der ersten Zeit als Berater zur Seite stehen, soll sich aber nicht in Entscheidungsfindungen einmischen. Alles andere wäre in Beweis für mangelndes Vertrauen in die Fähigkeiten des Nachfolgers.

Weiterführendes Video zum Thema "Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie"

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