Was sind reale Bruttolöhne?

In der Lohnverrechnung wird zwischen Brutto- und Nettolohn unterschieden. In der Wirtschaft gibt es die Unterscheidung zwischen Nominal- und Reallohn. Es gibt also sowohl nominale Brutto- und Nettolöhne, als auch reale Brutto- und Nettolöhne. Der Bruttolohn beinhaltet immer den Lohn oder das Gehalt inklusive Steuern und Sozialabgaben. Der Nettolohn ist die Summe, die der Arbeitnehmer letztlich ausgezahlt bekommt.

Unterschied zwischen Brutto-Nominallohn und Brutto-Reallohn

Der nominale Bruttolohn ist das zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbarte Arbeitsentgelt inklusive Steuern und Sozialabgaben. Er lässt keine Aussage über die Kaufkraft des Geldes zu. Der Brutto-Reallohn sagt dagegen etwas darüber aus, was man für Güter mit dem Nominallohn kaufen kann. Er hängt mit dem Lebensstandard zusammen und entspricht der tatsächlichen Kaufkraft. Der Reallohn wird für Vergleiche von Perioden und Wirtschaftsräumen angewandt.

Verhältnis von Nominallohn, Inflation und Reallohn

Beim Reallohn wird der Einfluss der Inflation oder auch der Deflation auf den Nominallohn berücksichtigt. Wenn der Nominallohn steigt, die Inflation aber noch stärker, dann sinkt der Reallohn, das heißt, der Arbeitnehmer kann sich trotz des höheren ausgezahlten Lohnes weniger Güter kaufen, seine Kaufkraft sinkt. Beispiel: Max Mustermann hat im Jahr 2011 ein nominales Netto-Einkommen von 20.000 Euro. Im Jahr 2012 beträgt sein Nominal-Netto-Einkommen 20.500 Euro. Die Inflation im Jahr 2012 betrug, angenommen, 3%. Auf sein Einkommen von 2011 gerechnet, hat Herr Mustermann einen Kaufkraftverlust von 600 Euro (3% von 20.000). Trotz der Lohnerhöhung hat er also eine Einbuße beim Reallohn im Jahr 2012 von 100 Euro oder 0,5%.

Verhältnis Nettolohn/Bruttolohn

Wenn der reale Nettolohn stärker sinkt als der reale Bruttolohn, dann sind im Vergleichszeitraum die Lohnsteuern oder die Sozialabgaben prozentual gestiegen, die Differenz zwischen Brutto- und Nettolohn wird größer. Das Ergebnis wäre hier wieder ein realer Kaufkraftverlust.

    2 Kommentare

  1. Martin Saathoff sagt:

    Hallo !

    Sie schreiben:
    Der Brutto-Reallohn hängt mit dem Lebensstandard zusammen und entspricht der tatsächlichen Kaufkraft.

    Die tatsächliche Kaufkraft ergibt sich doch durch den realen NETTOLOHN, nicht den Brutto-Reallohn, oder ?

    Gruss
    Martin Saathoff

  2. Redaktion sagt:

    Hallo Herr Saathoff,

    in dem Absatz ging es um die Unterscheidung von Brutto-Nominallohn und Brutto-Reallohn. Auch mit dem Brutto-Reallohn ergibt sich bereits eine Kaufkraft, z.B. kann eine betriebliche Altersvorsorge bereits steuergünstig vom Bruttolohn abgezogen werden.

    Allerdings haben Sie natürlich auch recht, die tatsächliche Kaufkraft für Konsumgüter ergibt sich natürlich aus dem Nettolohn.

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